Gallamor (Bandcamp only)

© 1982 John & Steve Macdonald / Übersetzung: Silke Kovàr
“Gallamor” ist lizenziert unter CC BY-NC-SA 4.0

Gallamor werd’ ich genannt,
und mein Herz steht in Brand:
das hellste Licht, das noch zu sehen ist.
So sehr lieb ich dieses Land,
doch die Magie verschwand,
und sie wird von mir allein vermisst.

Ich ging durch die verlassene Welt,
von den Grauen Anfurten bis Minas Tirith,
von den südlichen Wüsten zur Nördlichen Einöde.
Schnee pudert die Gebirge von Mordor,
im Düsterwald gibt’s keine Spinnen mehr,
und kein Hauch erinnert an das Böse.
Das Schwarze Tor hängt rostig in den Angeln,
Minas Morgul ist gefallen,
Schatten sind nur noch Schatten,
wo Eulenrufe schallen.

Gallamor werd’ ich genannt,
und mein Herz steht in Brand:
das hellste Licht, das noch zu sehen ist.
Mir bleibt nur ein goldener Ring,
kein sonderlich magisches Ding,
zeigt nur Träume, die man schon vergisst.

Einst fand ich diesen Ring
beim Fischen im mächtigen Anduin.
Mein Leben dauert seitdem an und an.
Als ich jung war, war ich Jäger in Gondor,
spielte mit Elben, diskutierte mit Zwergen,
kannte die Besten und Gütigsten im Land.
Seither musste ich sehen,
was Mittelerde verlor;
zu bald nach Saurons Tod kam
der Ruf aus Valinor.

Die bittere Wahrheit ist:
Nur wo das wahrhaft Böse wohnt,
kann das wahrhaft Edle bestehn
im Gleichgewicht der Welt.
Die Altvorderenzeit ist vorbei,
und die Zauberkraft musste mit ihr vergehn.
Seither musste ich sehen,
was der einfache Mensch verlor:
nur Trümmer noch die Städte
und Barbarei vor dem Tor.

Gallamor, Leid in mir,
zweitausend Jahre lebe ich hier.
Sie quältt mich, all die Leere, die ich seh.
Ich streife durch ein Land,
wie ich es nie gekannt,
und mir nur tut die Seele davon weh.